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IT-Anwendungen sind das Rückgrat der Datenverarbeitung in Unternehmen. Nach einer Studie der IW Consult nutzen 36 Prozent der KMU bereits ein Enterprise-Resource-Planning-System (ERP) oder Warenwirtschaftssystem. Dabei handelt es sich um Softwarelösungen zur Unterstützung der Arbeitsabläufe im Unternehmen. Sie bestehen meist aus mehreren Modulen wie z. B. Einkauf, Materialwirtschaft, Finanzbuchhaltung oder Personalabrechnung.

Im Bereich des produzierenden Gewerbes sind darüber hinaus digitale Fertigungsmanagementsysteme (Manufacturing-Execution-Systems – MES) anzutreffen, welche die häufig limitierten Fähigkeiten eines ERP-Systems hinsichtlich der Produktionsplanung und -steuerung erweitern. Sie gestatten beispielsweise eine detaillierte Feinplanung sowie Simulation, Optimierung und Überwachung der Produktion. Im Zusammenspiel mit anderen IT-Anwendungen ermöglichen diese dem Unternehmen eine effiziente Auftragsabwicklung, die Bewältigung höherer Auftragsvolumina sowie die Realisierung transparenter und reaktionsfähiger Prozesse. Die Erfüllung der Kundewünsche in puncto Qualität, Liefertermin und Preis kann so durchgehend sichergestellt werden. Unter diesen Gesichtspunkten ergeben sich durch ein digitales Fertigungsmanagement folgende Mehrwerte.

 

Qualität

Eine kontinuierliche Qualitätsüberwachung mit Hilfe von Echtzeitinformationen aus der der Fertigung ermöglicht eine schnelle Reaktion auf Qualitätsereignisse. Dadurch kann ein übermäßiger Ausschuss verhindert werden: Kosten für Nachbearbeitungen, Neuproduktion oder Entsorgung. Die Erfassung der Qualitätsdaten kann mittels klassischer Sensoren oder auch Kameras erfolgen. Moderne Maschinen haben solche Datenerfassungssysteme häufig bereits integriert, sodass diese über die Steuerung und Schnittstellen wie OPC UA ausgelesen werden können. Für ältere Maschinen besteht die Möglichkeit einer Nachrüstung mit Sensorik und Kommunikationstechnik, um Daten zu erfassen. Eine kontinuierliche Erfassung von Qualitätsdaten ermöglicht nicht nur die frühzeitige Identifikation von Abweichungen, sondern auch deren Analyse und Ursachenbehebung. Optimierte Arbeitsanweisungen, wie z. B. NC-Programme, können durch ein MES immer in Ihrer aktuellen Version für einen Auftrag bereitgestellt werden.

 

Preis und Wirtschaftlichkeit

Neben der Qualität eines Produktes spielt auch der Preis, zu dem ich dieses anbieten kann, eine wichtige Rolle für Kunden. Digitale Fertigungsmanagementsysteme ermöglichen unter anderem die Reduktion von Beständen durch eine termingenaue Beschaffung oder die effiziente Ausnutzung von Maschinen durch passgenaue Disposition von Rohmaterialien, Personal und Arbeitsanweisungen. Die Erfassung von auftragsbezogenen Daten, wie z. B. Fertigungszeiten, gestatten eine laufende Nachkalkulation von Aufträgen. Durch diese Transparenz lassen sich Abläufe optimieren und Preise so gestalten, dass ein wirtschaftlicher Betrieb sichergestellt wird.

 

Lieferzeiten, Termintreue und Flexibilität

Innerhalb von Lieferketten spielen meist kurze Lieferzeiten und hohe Termintreue eine Rolle für den Kunden. Prinzipiell lassen sich Aufträge mittels dieser Parameter planen. In der Realität unterliegen diese jedoch unvorhergesehenen Schwankungen wie beispielsweise kurzfristigen Lieferterminänderungen durch den Kunden. Aber auch der Ausfall von Maschinen, fehlende Materialen oder Qualitätsereignisse beeinflussen die geplanten Lieferzeiten. Digitale Fertigungsmanagementsysteme gestatten es, auf unvorhergesehene Ereignisse flexibel zu reagieren und die Planungen kurzfristig anzupassen. Versprochene Liefertermine können gewährleistet werden und damit auch die Zufriedenheit des Kunden.

 

Vertiefende Informationen in der Literatur zu dem Thema finden Sie unter anderem in der VDI 5600 Blatt 2 (2013) oder in Kletti, J. (2015). Gerne können Sie dieses Thema auch direkt mit uns im Gespräch vertiefen oder Sie besuchen unsere Workshops zu dem Thema.

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