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Fabriklayouts lassen sich schneller als je zuvor aus der Luft mit Kameradrohnen erfassen. Das ermöglicht eine erhebliche Beschleunigung und Vereinfachung der Layouterfassung.

Der Stand der Technik bei der Fabriklayouterfassung ist das manuelle Erfassen der gesamten Fabrik, zum Beispiel mit Lasermessgeräten. Dabei werden alle notwendigen Maße für einen detaillierten Grundriss aufgenommen. So werden unter anderem Wegbreiten, Positionen aller Maschinen und Lagerplatzbedarf erfasst. Aus diesem Grund ist der Prozess sehr zeitaufwendig und kann mehrere Wochen oder sogar Monate in Anspruch nehmen.

Drohnenbasierte 3D-Fabrikkartographierung

Zur Vereinfachung dieses Vorgehens hat das Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH eine drohnenbasierte 3D-Fabrikkartographierung entwickelt, mit der eine schnelle Datenaufnahme und -analyse ohne großen Aufwand durchgeführt werden können. Bei dieser Methode wird ein Multikopter mit mehreren Kameras zum Erzeugen von 2D-Luftaufnahmen eingesetzt. Anschließend wird aus den Aufnahmen durch automatische Zusammensetzung auch als Stitching oder Mapping bekannt durch Photogrammetrie ein maßstabsgetreues 3D-Abbild der Fabrik erstellt.

Das Fabriklayout mit den Drohnen aus der Luft zu erfassen, dauert je nach Größe des Werkes zwischen wenigen Minuten und einigen Stunden. Zum Beispiel kann eine Fabrik mit der Gesamtfläche von 5.000 m² im Verlauf von ca. 1 Stunde erfasst werden. Die Daten aus der Erfassung können unmittelbar für den Fabrikplanungsprozess eingesetzt werden. So können sie bereits zur Raumbucherstellung oder zur Erzeugung von digitalen oder physischen 3D-gedruckten Modellen verwendet werden. Außerdem besteht die Möglichkeit eines virtuellen Rundgangs durch die aktuelle Layoutplanung anhand der digitalen 3D-Visualisierung der Messdaten.

 

Einsatz von Drohnen zum Fabriklayoutscan aus der Luft

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Systematische Fabrikplanung und -reorganisation

Für eine effiziente Umstrukturierung eines Werkes werden aktuelle, detaillierte und maßstabsgetreue Daten zum Fabriklayout gebraucht. Jedoch ändern sich Fertigungsstätten kontinuierlich in Laufe der Zeit. Sie werden mit neuen Maschinen ausgestattet, ihr Lager wird erweitert und Arbeitsbereiche werden versetzt. Eine Reorganisation ist immer dann sinnvoll, wenn es in der Fabrik zu eng oder zu unübersichtlich wird. Auf diese Weise kann wieder Platz freigestellt werden, ohne dass teure Anbau- oder Neubauarbeiten notwendig sind.

Das IPH beschäftigt sich seit der Gründung im Jahr 1988 mit systematischer Fabrikplanung und -reorganisation auf Basis neuester Forschungserkenntnisse und Technik und bietet Unternehmen Unterstützung zu diesen Themen an. Mit dem Ziel, zukunftsfähige, skalierbare und wandlungsfähige Fabriken zu schaffen, wird dabei ein ganzheitlicher Planungsansatz verfolgt. Um eine Erhöhung der Effizienz in der Produktion und Logistik zu erzielen, wird die Fabrikplanung vor allem für die Industrie 4.0 immer bedeutsamer. Das IPH nutzt systematische Methoden wie Prozessanalysen, Fertigungs- und Materialflusssimulationen zum Überprüfen von vorhandenen Fabrikplanungen sowie zum Planen von Fabriklayouts und Industriearchitektur. So gehört auch die Fabriklayouterfassung mit einer Drohne aus der Luft zum Dienstleistungsangebot des IPH.

Das Mittelstand Digital Zentrum Hannover bietet einen Workshop und ein Webinar zum Thema „Drohnen im industriellen Einsatz – Potenziale für KMU“ an. Der Termin für den nächsten Workshop ist der 12. September 2022. Klicken Sie sich auch gern durch unser Lernnugget „Drohnen im industriellen Einsatz”.

Bei weiteren Fragen rund um das Thema sprechen Sie uns gerne an!

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