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Mitarbeitende im Fokus

Im Zuge der sich wandelnden Qualifikations- und Informationsanforderungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind die reine Wissensaneignung und der Erwerb fachlicher Kompetenzen über klassisch curricular organisierte Lernangebote nicht länger ausreichend. Vielmehr müssen Strukturen geschaffen werden, in denen Mitarbeitende selbstgesteuert, kontinuierlich und arbeitsplatznah Zugang zu Wissen erhalten und entsprechend lernen können.

Unternehmen müssen dazu das Verhältnis von individuellem und kollektivem Know-how grundsätzlich neu denken. Mitarbeitende bauen im Laufe Ihrer Beschäftigung spezifisches Wissen zu einzelnen Arbeitsbereichen und konkreten Tätigkeiten auf – zum einen Fachwissen, zum anderen aber auch Erfahrungswissen. Damit dieses individuell vorhandene Wissen kollektiv dem Unternehmen als Gesamtorganisation zur Verfügung steht, muss es entsprechend identifiziert, aufbereitet und bereitgestellt werden.

Wissen und Lernen im Unternehmen

Im Fokus steht die Frage, über welche Wege Informationen für Mitarbeitende zugänglich gemacht werden. In einer vernetzten Welt erneuert und aktualisiert sich das Wissen im Unternehmen ständig. Es reicht nicht länger, dies auf der Basis individueller Erfahrungen und Erkenntnisse als subjektives Gut zu betrachten. Vielmehr gehört es nachhaltig erfasst, veröffentlicht und geteilt.

Über die Verknüpfung von Wissensmanagement und Qualifizierungsangebot und der damit entstehenden Informations- und Lernumgebung haben Unternehmen die Möglichkeit, ihren Mitarbeitenden ein individuelles, selbstständiges und vor allem kontinuierliches Lernen zu ermöglichen und damit die eigene Innovations- und Zukunftsfähigkeit zu erhöhen. Digitale Formate bieten hier eine optimale Möglichkeit für ein nachhaltiges Lernen, das flexibel und arbeitsplatznah stattfindet und damit anschlussfähig für den Transfer in die Praxis ist. Zudem können über die Aufbereitung von Inhalten in digitale Lern- und Informationsangebote die Mitarbeitenden als entscheidende betriebliche Akteurinnen und Akteure eingebunden und auf diese Weise ihre Selbstlernfähigkeit gefördert werden.

Aber wie kann das in der Praxis aussehen?

Die Identifikation von Wissen kann mit Hilfe von Leitfragen und Kriterien erfolgen, über welche relevante Inhalte (bspw. Prozesse, Bedienungsanleitungen oder Arbeitsabläufe) aus einzelnen Tätigkeitsbereichen für die Aufbereitung mittels digitaler Lerneinheiten begründet ausgewählt und erfasst werden. Die Aufbereitung des Wissens übernehmen Mitarbeitende der jeweiligen Arbeitsbereiche. Die identifizierten Inhalte werden in digitale Lernformate überführt, beispielsweise in Form von kurzen Erklärvideos oder digitalen Lernnuggets (TIPP: Schauen Sie auf unsere Website unter E-Learning, wie Sie Erklärvideos erstellen können und wie Lernnuggets aussehen). Die Bereitstellung dieser Formate kann beispielsweise über ein Content Management oder das unternehmensinterne Intranet erfolgen. Damit der Zugang für Mitarbeitende flexibel am Arbeitsplatz möglich ist, kann der Einsatz von Tablets oder der Zugriff über das Smartphone eingerichtet werden.

 

TIPP: Binden Sie Ihre Mitarbeitenden in die Identifikation von relevanten Inhalten und die Aufbereitung dieser aktiv mit ein!

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