Die Digitalisierung der Unternehmen in Niedersachsen stagniert nach zuletzt erfreulichen Entwicklungen in den Vorjahren. Das ergibt sich aus der jährlichen Digitalisierungsumfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), an der zum Jahresende 2025 insgesamt 487 niedersächsische (bundesweit 4.686) Unternehmen teilgenommen haben.
Unternehmen müssen entlastet und zugleich gezielt bei ihren digitalen Investitionen gefördert werden, damit die Digitalisierung in Niedersachsen wieder an Fahrt aufnimmt.
Die Ergebnisse im Überblick
Die Digitalisierung der niedersächsischen Wirtschaft zeigt im Jahr 2025 eine Seitwärtsbewegung. 33 Prozent der Unternehmen bewerten ihren eigenen Digitalisierungsgrad auf einer Skala von 1 bis 6 (voll entwickelt bis wenig entwickelt) mit einer 2 (2024: 31 Prozent). Weitere 36 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Digitalisierung mit einer 3 (2024: 43 Prozent). Die Anteile der Bewertungen mit einer 4 oder 5 sind 2025 auf 23 Prozent gestiegen (2024: 20 Prozent).
Öffentliche Verwaltung bleibt Achillesferse der Digitalisierung
Die Fortschritte bei der Digitalisierung der Verwaltung kommen bislang kaum bei den Unternehmen an. Die Unternehmen geben der Verwaltung die Schulnote 4 minus – eine Leistung, die gerade noch die Anforderungen erfüllt, aber deutliche Mängel aufweist.
20 Prozent der niedersächsischen Unternehmen vergeben die Note 3 (2024: 18 Prozent), weitere 34 Prozent vergeben die Note 4 (2024: 27 Prozent). Der Anteil der mit einer 5 benoteten Stimmen sank hingegen auf weiterhin hohe 29 Prozent (2024: 37 Prozent). Gleichzeitig konnte sich der Stimmenanteil der Note 2 nur geringfügig auf vier Prozent (2024: zwei Prozent) verbessern.
Digitale Transformation braucht abgestimmtes Handeln
Der Sprecher für Digitalisierung der IHK Niedersachsen, Michael Wilkens, betont: „Mit dem Amtsantritt von Olaf Lies als Ministerpräsident und der Umstrukturierung des Bereiches Digitalisierung, konzentriert die Landesregierung die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung im Innenministerium. Dieser Fokus ist wichtig und muss sich nun zeitnah auszahlen.“ Die IHK Niedersachsen fordert in dem Zusammenhang eine Stärkung der Rolle des Landes Niedersachsen, um durch eine koordinierende und unterstützende Funktion die notwendige Infrastruktur für flächendeckende Lösungen im Land zu schaffen. „Land und Kommunen brauchen eine mit dem Bund abgestimmte Strategie und Rollenverteilung, damit unsere Unternehmen im ganzen Land von digitalen Services der Verwaltung profitieren können. Einzelne digitale Inseln helfen da wenig weiter,” betont Wilkens.
Hauptmotive für Digitalisierung
Die Digitalisierung hilft Unternehmen, aktuellen Herausforderungen zu begegnen. Betriebe digitalisieren in erster Linie, um die Qualität ihrer Produkte zu verbessern und um (Arbeits-) Prozesse effizienter zu gestalten. Befragt nach den Hauptgründen für Digitalisierung im Jahr 2025 nennen die Unternehmen in Niedersachsen:
- Qualitätsverbesserung: 67 Prozent
- Kosteneinsparungen 66 Prozent
- Flexibilisierung des Arbeitens 62 Prozent
Hürden für Digitalisierung
Digitale Transformationsprojekte sind aufwendig und erfordern viel Zeit und Geld. Befragt nach den wichtigsten Herausforderungen der Digitalisierung im Jahr 2025 nennen die Betriebe in Niedersachsen:
- Zeit: 62 Prozent
- Komplexität: 55 Prozent
- Geld für Investitionen: 39 Prozent
- Akzeptanz und Weiterbildungsbedarfe im Unternehmen: 38 Prozent
Endlich mal machen!
Die Hauptgeschäftsführerin der IHK Niedersachsen, Monika Scherf, stellt angesichts der aktuellen Zahlen fest: „Die Digitalisierung der niedersächsischen Wirtschaft ist ins Stocken geraten. Hauptgründe dafür sind Komplexität und Zeit, rechtliche Unsicherheiten und eine konjunkturell bedingte geringe Investitionsneigung in Zukunftstechnologien. Bund und Land müssen hier durch gezielte Entlastung und Förderung unterstützen.“
Was jetzt zählt ist die Schaffung verlässlicher Rahmenbedingungen für die digitale Transformation verbunden mit einem generellen Bürokratieabbau, um mehr Handlungsfreiräume für digitale Innovationsprojekte freizumachen. Ein klarer Appell aus der betrieblichen Praxis an die Politik, ins Handeln zu kommen.
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