Vertraulichkeitsvereinbarungen (NDAs) sind im Tagesgeschäft in vielen Unternehmen unverzichtbar – aber oft schwer wiederzufinden, zu lesen und korrekt zu interpretieren. Oft liegen NDAs in unterschiedlichen Formaten vor (Word, PDF, teils gescannt), die zudem variierende Strukturen, Vertragsstrafen und gegebenenfalls Lösch- oder Laufzeitvorgaben enthalten.
Wenn kurzfristig geklärt werden muss, ob ein Kunde als Referenz genannt werden darf, kostet die Suche nach der relevanten Klausel viel Zeit und Nerven. Genau hier setzt ein neues KI-Anwendungsprojekt des Mittelstand-Digital Zentrums Hannover an: Gemeinsam mit der Sightwise GmbH soll ein praxistauglicher Dokumenten-Agent entwickelt werden, der NDAs automatisch identifiziert, auffindbar macht und auf konkrete Fragen verlässliche Antworten mit Kontext liefert.
Vom Dokument zur Antwort – sicher und mit Kontext
Sightwise entwickelt KI-basierte Lösungen für die visuelle Qualitätsprüfung in der Industrie – insbesondere für anspruchsvolle Oberflächeninspektionen, etwa in der Automobil- und Luftfahrtindustrie.
Das Unternehmen verfolgt die Vision eines Company-LLM: eine unternehmensspezifische Frage-Antwort-Instanz mit Kontextbezug – zunächst für NDAs, perspektivisch für ein umfassendes Wissensmanagement. Einfließen könnten dort zukünftig auch Inhalte aus Meeting-Notizen, Angebots- und Vertragsunterlagen, Einkaufsbedingungen, Vorlagen für Textbausteine, Wiki-Seiten und vieles mehr.
Im KI-Anwendungsprojekt mit dem Mittelstand-Digital Zentrum Hannover ist die Entwicklung eines prototypischen KI‑Agenten‑Systems geplant, das Mitarbeitende bei der schnellen und sicheren Informationsbeschaffung unterstützt. Besonders wichtig ist bei vertraulichen Dokumenten die Datensouveränität – also dass das Unternehmen die Kontrolle über die Verbreitung und Verwendung der Daten behält. Dies kann unter anderem durch den Einsatz lokaler KI-Lösungen auf unternehmenseigenen Servern gewährleistet werden.
Projektziele: Prototyp und Praxisleitfaden für KMU
Umgesetzt wird das Vorhaben in drei Teilzielen:
- KI‑Agenten‑Infrastruktur: Aufbau einer modularen, erweiterbaren Systemarchitektur, die sich um zusätzliche Agenten ergänzen und in bestehende IT‑Landschaften integrieren lässt.
- Prototyp eines „Dokumenten‑Agent“: Automatisches Identifizieren, Auffinden und kontextbasiertes Beantworten von Fragen zu NDA‑Dokumenten (zum Beispiel Laufzeiten, Klauseln, Ausnahmen) – auch bei heterogenen Formaten (Word, PDF, Scan).
- Praxisleitfaden für kleine und mittlere Unternehmen (KMU): Ein Schritt‑für‑Schritt‑Leitfaden beschreibt Einführung, Nutzung und Erweiterung von KI‑Agenten‑Systemen zur Automatisierung von Unternehmensprozessen – inklusive organisatorischer Voraussetzungen und Transfer in weitere Anwendungen.
Vorteil: Weniger Suchaufwand, schnellere Antworten
Der modulare, erweiterbare Ansatz verbindet präzise Informationsextraktion aus unternehmensspezifischen Dokumenten mit einer skalierbaren Infrastruktur – weit über generische KI‑Chatlösungen hinaus.
Mitarbeitende erhalten in Zukunft mit deutlich weniger Suchaufwand fundierte Antworten inklusive Belegstellen im Originaldokument. Die Infrastruktur lässt sich von NDAs auch auf weitere Anwendungsfälle übertragen, zum Beispiel Verträge, Richtlinien oder ein Unternehmens-Wiki. Dadurch werden Routinetätigkeiten automatisiert und monotone Recherche reduziert.
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